Ein Hausverkauf dauert von der ersten Vorbereitung bis zum Geld auf dem Konto meist mehrere Monate. Am stärksten schwankt die Zeit, bis ein passender Käufer gefunden ist. Das hängt vor allem vom Angebotspreis, von der Lage und vom Zustand des Hauses ab. Die Schritte davor und danach lassen sich dagegen gut planen: Unterlagen besorgen, Notartermin vorbereiten, Kaufpreiszahlung und Übergabe. Mit vollständigen Unterlagen und einem realistischen Preis sparen Sie die meiste Zeit.
Die Phasen eines Hausverkaufs
Die folgenden Zeiten sind Erfahrungswerte für einen gewöhnlichen Verkauf. Im Einzelfall kann es schneller gehen oder deutlich länger dauern.
| Phase | Was passiert | Oft |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Wert ermitteln, Unterlagen und Energieausweis besorgen, Fotos und Exposé | einige Wochen |
| Vermarktung | Anzeigen, Anfragen, Besichtigungen | sehr unterschiedlich, von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten |
| Einigung und Finanzierung | Verhandlung, Finanzierungszusage der Käuferbank | einige Wochen |
| Notartermin | Entwurf, Prüfung, Beurkundung | zwei bis vier Wochen nach der Einigung |
| Nach dem Notar | Vormerkung, Löschungsunterlagen, Vorkaufsrecht der Gemeinde, dann Kaufpreiszahlung | einige Wochen |
| Übergabe und Grundbuch | Schlüssel nach Zahlung, Eigentumsumschreibung nach der Grunderwerbsteuer | Wochen bis Monate |
Vorbereitung: Unterlagen kosten Zeit
Den Grundbuchauszug bekommen Sie oder der Notar meist schnell. Länger dauern können Auskünfte von Ämtern, etwa aus dem Baulastenverzeichnis, alte Baupläne aus dem Bauarchiv oder ein neuer Energieausweis. Starten Sie deshalb früh, am besten bevor die erste Anzeige erscheint. Welche Unterlagen Sie brauchen, zeigt die Checkliste Unterlagen für den Hausverkauf.
Für Polder Immobilien gehört das Besorgen der Unterlagen zum Auftrag: Grundbuchauszug, Pläne und Energieausweis. Fehlt der Energieausweis, bezahlen wir ihn.
Vermarktung: Der Preis bestimmt das Tempo
Wie lange die Vermarktung dauert, hängt vor allem vom Angebotspreis ab. Ein Preis, der zum Markt passt, bringt in den ersten Wochen die meisten Anfragen. Ein zu hoher Preis bremst: Das Haus steht lange im Netz, Interessenten fragen sich, warum es niemand kauft, und eine spätere Preissenkung kostet Verhandlungsspielraum.
Weitere Einflüsse sind Lage, Zustand, Grundriss und die Nachfrage vor Ort. In Moers zum Beispiel ist die Zahl der Verkäufe 2025 laut Gutachterausschuss wieder deutlich gestiegen, auf 862 nach 673 im Vorjahr. Mehr Zahlen dazu in der Übersicht Immobilienpreise in Moers 2026.
Einigung und Finanzierung
Hat sich ein Käufer entschieden, prüft seine Bank die Finanzierung. Sie bewertet dafür oft selbst das Haus und braucht Unterlagen von Ihnen, etwa Grundriss, Wohnflächenberechnung und Fotos. Liegen diese Unterlagen schon bereit, geht es schneller.
Vereinbaren Sie den Notartermin erst, wenn der Käufer eine Finanzierungsbestätigung seiner Bank vorgelegt hat. Das kostet wenige Tage und erspart Ihnen im schlimmsten Fall Monate.
Notartermin und die Zeit danach
Der Notar braucht für den Entwurf die Daten von Käufer, Verkäufer und Immobilie. Beide Seiten sollten den Entwurf vor dem Termin in Ruhe lesen. Ist eine Seite ein Unternehmer, etwa ein Bauträger, soll der Verbraucher den Entwurf in der Regel zwei Wochen vorher erhalten (§ 17 Abs. 2a Beurkundungsgesetz).
Nach der Beurkundung kümmert sich der Notar um den Vollzug. Er beantragt die Vormerkung für den Käufer im Grundbuch, holt die Löschungsunterlagen der Bank des Verkäufers ein und fragt bei der Gemeinde nach, ob sie ein Vorkaufsrecht ausüben will. Liegt alles vor, teilt er dem Käufer mit, dass der Kaufpreis fällig ist. Wie das im Einzelnen abläuft, erklärt der Ratgeber Notar beim Hausverkauf.
Nach der Zahlung übergeben Sie die Schlüssel. Als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen wird der Käufer, sobald er die Grunderwerbsteuer bezahlt hat und das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt hat. Für Sie als Verkäufer ist dieser letzte Schritt meist nicht mehr entscheidend, denn Ihr Geld haben Sie dann schon.
Sonderfälle, die mehr Zeit brauchen
- Erbschaft: Bevor Erben verkaufen können, müssen sie ihr Erbe nachweisen, meist mit einem Erbschein des Nachlassgerichts oder einem notariellen Testament mit Eröffnungsprotokoll. Das kann einige Zeit dauern. Mehr dazu im Ratgeber Haus geerbt.
- Eigentumswohnung: Käufer und Banken wollen Teilungserklärung, Protokolle der Eigentümerversammlungen und den Wirtschaftsplan sehen. Diese Unterlagen kommen von der Hausverwaltung. Steht es in der Teilungserklärung, muss außerdem der Verwalter dem Verkauf zustimmen.
- Vermietete Immobilie: Besichtigungen müssen mit den Mietern abgestimmt werden, und Käufer prüfen Mietvertrag und Miethöhe genau.
- Trennung oder Scheidung: Beide Eigentümer müssen dem Verkauf und dem Preis zustimmen und den Kaufvertrag unterschreiben.
- Wohnrecht oder Nießbrauch im Grundbuch: Ohne Zustimmung der berechtigten Person lässt sich das Recht nicht löschen, und der Käuferkreis ist kleiner.
Was den Verkauf beschleunigt
- ein Angebotspreis, der zu vergleichbaren Verkäufen passt
- vollständige Unterlagen vor der ersten Anzeige
- gute Fotos, ein Grundriss und ein klares Exposé
- flexible Besichtigungstermine, auch abends oder am Samstag
- Interessenten mit Finanzierungsbestätigung
- frühe Absprache mit Ihrer Bank über die Löschung der Grundschuld
Was den Verkauf bremst
- ein zu hoher Preis und spätere Preissenkungen
- fehlender Erbschein oder eine uneinige Erbengemeinschaft
- ein Wohnrecht oder Nießbrauch im Grundbuch
- Baulasten, ungenehmigte Umbauten oder unklare Grenzen
- vermietete Räume ohne Absprache mit den Mietern
Erben Sie zu mehreren, lohnt ein Blick in den Ratgeber Erbengemeinschaft: Haus verkaufen.
Kurz gesagt
Ein Hausverkauf dauert meist mehrere Monate. Planbar sind Vorbereitung, Notartermin und die Wochen bis zur Zahlung, am stärksten schwankt die Vermarktung. Ein realistischer Preis, vollständige Unterlagen und geprüfte Käufer sind die wirksamsten Hebel für einen schnellen Verkauf.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Hausverkauf im Durchschnitt?
Eine verlässliche Durchschnittszahl gibt es nicht, weil Preis, Lage und Zustand stark mitspielen. Von der Vorbereitung bis zur Zahlung vergehen meist mehrere Monate.
Wie lange dauert es vom Notartermin bis zur Zahlung?
In der Regel einige Wochen. Der Notar wartet, bis die Vormerkung eingetragen ist, die Löschungsunterlagen der Bank vorliegen und die Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet hat. Dann wird der Kaufpreis fällig.
Wann bekomme ich als Verkäufer mein Geld?
Nachdem der Notar dem Käufer mitgeteilt hat, dass der Kaufpreis fällig ist, und der Käufer gezahlt hat. Die Frist für die Zahlung steht im Kaufvertrag.
Wann übergebe ich die Schlüssel?
Üblicherweise nach vollständiger Zahlung des Kaufpreises. Den genauen Termin vereinbaren Sie im Kaufvertrag.
Wie kann ich den Hausverkauf beschleunigen?
Mit einem realistischen Angebotspreis, vollständigen Unterlagen vor der ersten Anzeige und Interessenten, die eine Finanzierungsbestätigung vorlegen. Sprechen Sie außerdem früh mit Ihrer Bank über die Löschung der Grundschuld.
Warum dauert die Grundbuchumschreibung so lange?
Der Käufer wird erst eingetragen, wenn er die Grunderwerbsteuer bezahlt hat und das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt hat. Für Sie als Verkäufer ist das meist nicht mehr wichtig, denn der Kaufpreis ist dann schon gezahlt.
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Über den Autor
Sinan Özsoy, B. A., ist Inhaber von Polder Immobilien in Moers. Er begleitet Eigentümer am Niederrhein und im westlichen Ruhrgebiet persönlich von der Bewertung bis zum Notartermin.
Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

